Am 3. November 1978 viel in unserem Zwinger der A-Wurf. Dieser Tag ist der Anlass uns auf 30 Jahre mit Höhen und Tiefen , Erfolgen und Misserfolgen zurückblicken zu lassen. Alles fing damit an , das unser erster gemeinsamer Hund ein Neufundländer sein sollte. Da diese wunderschönen, großen schwarzen Bären mich bereits in meiner Kindheit und Jugend begleiteten , war ich und mein Mann von der Rasse so fasziniert ,das wir auf die Suche nach einem kleinen Neufibaby gingen . Jedoch gestaltete sich die Suche schwierig, da es wenige Züchter und keine Telefone gab.

So kam es, das unsere erste Hündin aus zweiter Hand und bereits 10 Monate alt war. Das war uns alles egal, Hauptsache ein Neufi. Wir waren damals aktive Mitglieder in der Grundorganisation für Hundesport und hatten Spaß an der Ausbildung. Durch Anraten eines Sportfreundes stellten wir unsere Asta aus und machten mit ihr die Zuchtzulassung. Bald darauf stellte sich der Wunsch nach einem zweiten Neufi ein. Dieser sollte natürlich ein Nachkomme unserer Asta sein. Auf einer Ausstellung begegneten wir den uns beeindruckenden, mächtigen Rüden -Awatschi von Asceger de Walten. Awatschi hatte alles, was wir uns von einem Rüden erträumten. Wir waren uns sofort einig, nur dieser Bär sollte unsere Asta decken. Da wir damals kein Auto hatten, denn die Wartezeit auf einen Trabbi bewegte sich zwischen 16 und 18 Jahren, fuhr uns eine Hundefreundin nach Aschersleben zu Awatschi.
Asta brachte uns 5/2 gesunde, kräftige Welpen zur Welt. Unser A-Wurf war geboren und die Welpen waren sehr vielversprechend. Die beiden Mädchen aus diesem Wurf behielten wir selbst und wir sollten dafür belohnt werden. Ayka und Azumy errangen mit uns viele Platzierungen . Ebenso ihre beiden Brüder Amigo und Asco. Unser größter Erfolg war, als Azumy 1983 DDR-Siegerin wurde. Da es in der DDR keine Championate gab, war dies die größte Auszeichnung eines Ausstellers.
Da unsere eigene Nachzucht so erfolgreich war, beschlossen wir mit unseren Hündinnen züchterisch weiter zu machen. Wir suchten uns ein Haus auf dem Lande und zogen 1979 mit unseren drei Neufis nach Großfriesen. Kurz darauf erfuhren wir von einer Neufihündin, welche in einem Gartengrundstück gehalten wurde und eingeschläfert werden sollte, weil sie keiner mehr mochte. Holde vom Domfelsen war 2,5 Jahre alt, völlig verfilzt und mußte sich ihre Nahrung in dem verwildertem Garten zum Teil selbst fangen. Als wir das sahen, war für uns klar, die kommt mit uns mit. Holde war sofort bei uns Zuhause und genoss das kämmen, bürsten und entfilzen. An ihrem liebevollen Neufiwesen änderte sich trotz der schlechten Haltung nichts.
Im April 81 brachte uns Holde den B-Wurf zur Welt. Im Oktober 81 folgte dann der C-Wurf von unserer Ayka. Auch hieraus entstanden wieder gesunde, erfolgreiche Nachkommen. Die Nachkommen aus den Elterntieren des A- Wurfes zeichneten sich durch Gesundheit und Typ aus. Sie hatten starke Knochen, kräftige Köpfe und ihr Gangwerk wurde immer wieder hervorgehoben. Wenn ich so zurückdenke, dann fallen mir spontan Lady ein, die Tochter von Azumy und wiederum war Lady die Mutter unseres überaus erfolgreichen "CH- Terry".
All diese lieben Bären waren uns immer treue Begleiter und wir werden sie nie vergessen. Auch die aus Platzgründen nicht erwähnten, sind in unseren Herzen. Unsere Lady wurde gleich zweimal DDR Siegerin und errang noch unzählige Platzierungen. Sie war, wie auch Terry, etwas ganz besonderes was ihr Wesen und die Erscheinung anbelangte. Sicher ist es interessant zu wissen, das an vielen Neufundländerschauen in der DDR zwischen 80 und 100 Hunde teilnahmen. Somit waren in der offenen Klasse meist über 30 Tiere zu beurteilen. Eine große Leistung für die damaligen Richter, da jeder Neufi vom ersten bis zum letztem Platz platziert wurde. Da waren beim Hund und Aussteller Gangwerk und Kondition gefragt. Besonders stolz waren wir, als unsere Azumy und Amigo auf solch einer Ausstellung beide die offene Klasse gewannen. Die damaligen Richter bei den Rüden waren Frau Greisler und bei den Hündinnen der verstorbene Herr Zauche. Ein Richter aus dem Norden gratulierte uns zu Amigo mit dem Satz, das er noch nie einen so schönen Neufundländer gesehen hat.
Einen Nachkommen von Amigo möchte ich hier noch erwähnen. Es war Atze vom Vogtlandeck, welcher durch sein Äußeres bis nach Italien bekannt war. Viele haben sicher seine gemalte Kopfstudie im Neufundländerbuch von Emmy Bruno gesehen. Neben den schönen Erinnerungen gibt es auch Negative
Es war nicht immer leicht in der DDR Hunde zu züchten. Einige unserer Welpen und Junghunde starben an Parvo, da es keinen Impfstoff gab. Die Wurfstärke mußte auf maximal 6 Welpen reduziert werden, was für uns immer eine enorme psychische Belastung war. Wollten wir unsere Tiere im soz. Ausland ausstellen, dann brauchten wir die Genehmigung der zuständigen Stellen. Als 1990 die Wende kam und Deutschland wieder EINS wurde, waren wir glücklich Denn nun taten sich für unsere Zucht neue Wege auf. Für uns war es wichtig, in einem anerkanntem Klub wie dem DNK als Mitglied beizutreten und wir wurden freundlich aufgenommen. Zu dieser Zeit war bei uns der Q- und R- Wurf gelegen und durch den massiven Einsatz unseres Landesgruppenleiters Herbert Mrachatz wurden beide Würfe in das DNK- Zuchtbuch aufgenommen .

Quira    Lady    Silka    Terry

mehr dazu

40 Jahre Elsterufer